Die horrenden Medikamentenpreise in der armen Welt.
Dr. Beat Richner, Kantha Bopha Children's Hospitals
 Phnom Penh, 9.September 2000
 
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Die Senkung der Preise allein hilft nichts.
Konferenzen jagen sich, Deklarationen, Lippenbekenntnisse und Beschluesse zu Nachfolgekonferenzen ueberstuerzen sich: Zur Problematik der hohen Preise der Medikamente, unerschwinglich fuer arme Menschen in armen Laendern. Mit der generellen Senkung der Preise allein ist der globale Misstand aber nicht behoben.
 
 
 
Korrekte Applikation der Medikamente ist unabdingbar.
Eine korrekte, professionelle und somit auch effektive Applikation des Medikamentes an den Patienten, auch den armen, muss gewaehrleistet sein. Auf diese hin gilt es weltweit hinzuwirken. Eine aerztliche Aufgabe und Verpflichtung. Nicht nur in Bezug auf das Individuum, sondern auch auf ganze Bevoelkerungsgruppen: Unprofessionelle Applikation foerdert Resistenzbildung der Keime, unprofessionelle Applikation fuehrt zu schwersten Intoxikationen. Eine korrekte Applikation kann nur mit korrekten diagnostischen Mitteln und geschulten Leuten erfolgen.
 
Und dort, in armen Laendern, wo fuer die Aermsten eine professionelle Applikation gewaehrleistet ist, laege es in der Verantwortlichkeit reicher pharmaceutischer Konzerne, die Medikamente gratis oder wenigstens mit tiefen Preisen abzugeben.
 
 
Beispiel Antibiotikum ROCEPHIN ROCHE in Kambodscha &endash; ein trauriges Beispiel
…der ueberhoehte und die Armen diskriminierende Preis
Die Kinderspitaeler Kantha Bopha in Kambodscha , die 80% der schwerkranken Kinder in Kambodscha versorgen, haben einen jaehrlichen Bedarf an ROCHE Medikamenten im Werte von 2 Millionen Schweizerfranken. Wir beziehen und zahlen diese Medikamente an die Schweizer Firma Diethelm in Bangkok. Allein das Antibiotikum Rocephin kostet uns 1,4 Millionen SFR im Jahr. Wir zahlen die selben Preise (obwohl wir Einfuhr- und Taxfreiheit vom kambodschanischen Staat geniessen!!!) wie im Detailhandel der private Kaeufer hier zu zahlen hat!! Fuer die Medikamente im Detailhandel hat ROCHE die Einfuhrgebuehren zu bezahlen! Wir erhalten von ROCHE lediglich einen Mengen - Bonus von 20%! Und dieser Bonus entspricht haargenau der Einfuhrfreiheit dank unserem Status einer nicht kommerziellen humanitaeren Organisation!!(Fuer jede Einfuhr habe ich 9 Briefe an neun Ministerien zu senden!) Mit anderen Worten: ein Privatkunde, und nur ein reicher, kauft eine Ampulle Rocephin fuer 10,5 USD, was einem halben kambodschanischen Monatssalaer entspricht.Der Verkaeufer erhaelt 40% davon. Ferner bedient sich ROCHE agressiver Werbemetoden fuer Rocephin, die in der Schweiz verboten waeren, da Rocephin als hochpotentes Antibiotikum rezeptpflichtig und geschuetzt ist. Wunderts da, dass Zweifel und Verzweiflung aufkommen?
 
Ueber 50% unseres gesamten Jahres Budgets von 9 Millionen Dollars gehen an Medikamente. Wenn also ein Spender uns 100 USD stiftet, fliessen ueber 50USD zurueck in die reiche Welt, die die Medikamente produziert. Allein ueber 10% unseres gesamten Jahresbudgets gehen an ROCHE Medikamente .(Exklusive die teuren Reagenzien fuer die ROCHE Labor Maschinen).
 
…die schamlose Ausnuetzung der Gesetzlosigkeit und Korruption in der armen Welt.
Zum selben Preis offeriert hier also ROCHE das Rocephin im Detailhandel. Es ist ueberall erhaeltlich. Ohne Rezepte. Die kambodschanische Regierung hat es aus verschiedenen Gruenden noch nicht fertiggebracht, den Medikamentenverkauf zu schuetzen und wirksam zu ueberwachen. Das Rocephin ist aber fuer kambodschanische Verhaeltnisse sehr teuer. So wird der Patient oft nur mit einer halben Ampulle unzureichend anbehandelt, …….und das ist genau der Weg, wie Resistenzen der Keime geschaffen werden, naemlich durch nicht professionelle , nicht ausreichende Applikation.
Ob eine Behandlung mit Rocephin ueberhaupt indiziert ist , ist fuer den Produzent, den Verursacher offenbar unbedeutend.
 
Die Preise zu senken ist eines , die Verantwortung des Herstellers, dass die Abgabe nur an Stellen zu erfolgen hat, wo Professionalitaet und Sorgfaltspflicht gewahrt ist, waere ein anderes.
 
 
Beispiel Antibiotikum Chloramphenicol in Kambodscha &endash; ein kriminelles Beispiel
Franzoesische Firmen produzieren weiterhin das billige Antibiotikum Chloramphenicol obwohl es im Westen wegen seiner Gefaehrlichkeit seit 1970 aus dem Verkehr gezogen wurde, auch in Frankreich. Franzoesische Firmen haben es auch in Lizenz gegeben, z.B. auch einer dem kambodschanischen Gesundheitsministerium eigener Fabrik. Es erzeugt schwere, toedliche Nebenwirkungen, wie Knochenmarksaplasie, es erhoeht die Chance des Kindes, an Leukaemie zu erkranken um das 13 fache.Es macht schwere isolierte Anaemien, die bei bereits vorbestehenden Anaemien wegen chronischer Infekte oder Blutungen fatal sind. Aber es ist billig. Billig genug fuer die arme Welt. Darum steht es heute noch an oberster Stelle der Essential Drug List der Weltgesundheistorganisation (WHO) zur Behandlung schwerer Infekte bei Kindern. Es wird weiterhin von namhaften Internationalen Organisationen eingesetzt und wird weiterhin von der Zentralapotheke der Unicef in Kopenhagen vertrieben. Da das Medikament sehr billig ist, ist es jedermann zugaenglich, jedermann appliziert es nach Belieben….und damit haben sich fatale Resistenzen gebildet: 96 % der Thyphus Keime sind resistent, 75% der Haemophilus Keime , 70% der Meningococcenkeime. Das Medikament toetet also das Kind nicht nur aktiv und direkt mit seinen schweren Nebenwirkungen , es toetet auch indirekt, weil es nichts nuetzt.
 
 
Rocephin ROCHE , momentan die einzige Alternative zum Chloramphenicol.
Helfen Sie uns weiter, dass unser Geld reicht, das billige, gefaehrliche und nutzlose Medikament Chloramphenicol, das von namhaften Organisationen nachwievor gebraucht wird, durch das teure Rocephin zu ersetzen, was vorderhand noch einzig und allein korrekt und effizient ist. Verdoppeln Sie Ihre Spende , denn denken Sie daran: ueber die Haelfte Ihrer Spende fliesst an die reiche pharmaceutische Industrie. Aber anders geht es nicht……oder vielleicht doch einmal?
Jeder Franken hilft heilen, retten und vorbeugen. Wir danken Ihnen.
 
 
Dr. Beat Richner PC 80-60 699-1
 
Fuer weitere Informationen besuchen Sie unserer Homepage http://www.beat-richner.ch oder sehen Sie sich den neuen ,beruehrenden Film von Georges Gachaot im Kino …AND THE BEAT GOES ON.

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